Matthias A. Peterseim

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Hasselblad 500 travels and other works.
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„For this reason are the works of Pericles all the more to be wondered at; they were created in a short time for all time. Each one of them, in its beauty, was even then and at once antique; but in the freshness of its vigour it is, even to the present day, recent and newly wrought. Such is the bloom of perpetual newness, as it were, upon these works of his, which makes them ever to look untouched by time, as though the unfaltering breath of an ageless spirit has been infused into them.“

— Plutarch, Life of Perikles, 13.3

„Ich bin immer der Meinung gewesen, das Gute sei nichts anderes als das Schöne in der Ausübung […]. Aus dieser Idee ergibt sich, dass Geschmack und sittliches Gefühl durch gleiche Mittel sich vervollkommnen und dass das von den Reizen der Tugend tief ergriffene Gemüt gegen alle Gattungen von Schönheit verhältnismäßig empfänglich sein muss. Man übt sich im Anschauen wie im Empfinden, oder viel mehr, der gebildete Sinn ist nichts als zartes und feines Gefühl, so wie der Maler beim Anblick einer schönen Landschaft […] über Gegenstände in Entzücken gerät, die der gemeine Zuschauer nicht einmal bemerkt hat. Wie manche Dinge nehmen wir bloß durch das Gefühl wahr und sind nicht imstande, Rechenschaft darüber zu geben. Wie manches gewisses Etwas kommt uns so häufig vor, worüber der Geschmack allein entscheidet. Der Geschmack ist in gewisser Hinsicht das Vergrößerungsglas des Verstandes […] und seine Verrichtungen fangen da an, wo die des Verstandes aufhören. Was muss man also tun, um ihn zu bilden? Man muss den Blick üben wie das Gefühl, muss versuchen, das Schöne durch Anschauen und das Gute durch Gefühl zu beurteilen.“

Jean-Jacques Rousseau, Die neue Héloïse, 1760


“Für das Erkennen von Schönheit ist Übung so wichtig, dass wir vor einem Urteil über ein bedeutsames Werk […] unter verschiedenen Aspekten prüfen müssen. […] um durch praktische Erfahrung eine Ordnung der Schönheit zu erkennen, ist es unbedingt nötig, häufig Vergleiche zwischen Fällen verschiedener Art und verschiedener Wertgrade anzustellen und ihr Verhältnis zueinander abzuschätzen. Jemand, der keine Gelegenheit hatte, verschiedene Arten der Schönheit zu vergleichen, ist völlig ungeeignet, eine Meinung über ein ihm vorgelegtes Werk zu äußern. Nur durch vergleichen können wir lernen, ob ein Werk anzuerkennen oder abzulehnen ist und welches Maß an Lob oder Tadel es verdient.“

„Schönheit sei keine Eigenschaft der Dinge als solcher. Sie existiere nur in dem Geist, der die Dinge betrachte, und jeder Geist nehme eine andere Schönheit wahr. Es sei sogar möglich, dass dort, wo der eine Schönheit sehe, der andere bloß Hässlichkeit erkenne. Jedermann sollte daher seinem eigenen Gefühle folgen, ohne damit den Anspruch zu verbinden, auf die Gefühle anderer einwirken zu wollen. Die wahre Schönheit oder die wahre Hässlichkeit zu suchen sei ein ebenso vergebliches Unterfangen wie der Versuch festzustellen, was das wahre Süße und was das wahre Bittere sei. (Vgl. die Versuche der Molekularküche die Geschmacksurteile zu ergründen und umzusetzen,  Anm. d. Verf.) je nach der Verfassung der Organe könne ein und derselbe Gegenstand sowohl süß als auch bitter sein, und das Sprichwort habe recht, wenn es sage:  Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Es sei ganz natürlich und sogar notwendig, diesen Grundsatz auf den geistigen wie auf den körperlichen Geschmack auszudehnen. So findet sich der sensus communis, der so oft im Gegensatz zur Philosophie, insbesondere zur skeptischen, steht, zumindest in einem Punkte in Übereinstimmung mit ihr: Über den Geschmack haben beide dieselbe Ansicht.“

„Ein offenkundiger Grund, warum viele nicht das richtige Gefühl der Schönheit empfinden, ist der Mangel an jener Feinheit der Einbildungskraft, derer es bedarf, um die feineren Gemütsbewegungen empfinden zu können. Jedermann nimmt diese Feinheit für sich in Anspruch: jedermann spricht von ihr und möchte jede Art von Geschmack oder Gefühl an ihrem Maßstab messen.“

“Wenn es auch gewiss ist, dass Schönheit und Hässlichkeit noch weniger als Süße und Bitterkeit Eigenschaften der Gegenstände sind, sondern ausschließlich dem – inneren oder äußeren – Gefühl angehören, muss man doch zugeben, dass die Gegenstände bestimmte Eigenschaften haben, die ihrer Natur nach geeignet sind, jene besonderen Empfindungen zu erzeugen. Da diese Eigenschaften in schwacher Ausprägung auftreten oder miteinander vermischt sein können, kommt es häufig vor, dass der Geschmack von nur schwach vorhandenen Eigenschaften nicht erregt wird oder bei der Unordnung, in der sie sich darbieten, nicht imstande ist, all die besonderen Geschmacksnuancen zu unterscheiden. Wenn die sorgsame so empfindlich sind, dass  ihnen nichts entgeht, und gleichzeitig so genau, dass sie jeden Bestandteil einer Zusammensetzung erfassen, dann sprechen wir von Feinheit des Geschmacks, und zwar im wörtlichen wir im übertragenen Sinne. Hier sind nun die allgemeinen Regeln der Schönheit von Nutzen, die von anerkannten Vorbildern und der Beobachtung dessen abgeleitet sind, was gefällt oder missfällt, wenn es einzeln und deutlich ausgeprägt dargeboten wird. Wenn dieselben Eigenschaften im Zusammenhang eines Werkes und bei schwächerer Ausprägung die Organe eines Menschen nicht zu merklichem Gefallen oder Missfallen erregen, sprechen wir der betreffenden Person jeglichen Anspruch auf Feinheit des Geschmacks ab.“

David Hume, Über die Regel des Geschmacks, XXIII, ca. 1745, Nach Umberto Eco, Die Geschichte der Schönheit


“Kühne überhängende gleichsam drohende Felsen, am Himmel sich auftürmende Donnerwolken, mit Blitzen und Krachen einherziehend, Vulkane in ihrer ganzen zerstörerischen Gewalt, Orkane mit ihrer zurückgelassenen Verwüstung, der grenzenlose Ozean, in Empörung gesetzt, ein hoher Wasserfall eines mächtigen Flusses u.d.gl. machen unser Vermögen zu widerstehen in Vergleichung mit ihrer Macht, zur unbedeutenden Kleinigkeit. Aber ihr Anblick wird nur um desto anziehender, je furchtbarer er ist, wenn wir uns nur in Sicherheit befinden; und wir nennen diese Gegenstände gerne erhaben, weil sie die Seelenstärke über ihr gewöhnliches Mittelmaß erhöhen, und ein Vermögen zu widerstehen von ganz anderer Art in uns entdecken lassen, welches uns Mut macht, uns mit der scheinbaren Allgewaltigste der Natur messen zu können.“

— Immanuel Kant, Kritik der Urteilskraft, 1, 2, 28, 1790


Wenn der technische Fortschritt nicht umkehrbar ist, so versichert Nervi, dann kann sich auch der von diesem Fortschritt bestimmte Stil nie wieder ändern. Doch selbst Nervi glaubt, dass trotz der technischen Zwänge „immer so viel Freiheit bleiben wird, dass die Persönlichkeit dessen, der den Bau geschaffen hat, durchscheint und dass seine Schöpfung, falls er ein Künstler ist, bei allen technischen Zwängen zu einem wirklichen und echten Kunstwerk werden kann.“

— Pier Luigi Nervi in Rudolf Arnheim, die Dynamik der architektonischen Form, S 260



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